sexta-feira, 31 de janeiro de 2014

Verständliche Gebete

16. Wenn ich nun die Bedeutung der Sprache nicht kenne, werde ich den nicht verstehen, der redet, und der redet, wird mich nicht verstehen. (...) Denn wenn ich in Zungen bete, so betet mein Geist; aber was ich im Sinn habe, bleibt ohne Frucht. (...) Wenn du Gott lobst im Geist, wie soll der, der als Unkundiger dabeisteht, das Amen sagen auf dein Dankgebet,da er doch nicht weiß, was du sagst?Dein Dankgebet mag schön sein;aber der andere wird dadurch nicht erbaut. (Paulus 1. Korintherbrief XIV, 11, 14, 16 ‐ 17).

17. Das Gebet hat bloß den Wert des Gedankens, mit dem es sich verbindet. Es ist unmöglich, den Gedanken mit irgendetwas zu verbinden, das man nicht versteht. Denn, was man nicht versteht, berührt auch unser Herz nicht. Für die Mehrheit der Menschen sind die Gebete in einer unverständlichen Sprache nur eine Menge gemischter Worte, die dem Geist nichts sagen. Damit das Gebet das Herz berührt, muss jedes Wort eine Idee ausdrücken, und wenn es nicht verstanden wird, kann es keine Idee äußern. Wir können das Wort dann wie eine leere Formel wiederholen, die mehr oder weniger Eigenschaften haben wird, entsprechend der Anzahl, wie oft sie wiederholt wird. Viele Menschen beten aus Pflicht, andere beten entsprechend ihren Gewohnheiten. Sie glauben deswegen, dass sie ihren Verpflichtungen nachgegangen sind, nachdem sie ein Gebet in einer bestimmten Anzahl oder in der einen oder anderen Reihenfolge hersagen. Gott sieht aber in die Tiefe der Herzen; Er erkundet unsere Gedanken und unsere Aufrichtigkeit. Es wäre eine Erniedrigung zu glauben, Er wäre sensibler für die Form, als für die Tiefe des Gebetes.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVII - Bittet, so wird euch gegeben - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

quinta-feira, 30 de janeiro de 2014

Wirkung des Gebetes

9. Das Gebet ist eine Invokation,wodurchderMenschsichdurchden Gedanken mit dem Wesen, an die er sich wendet, in Verbindung stellt. Das kann zum Ziel eine Bitte, eine Danksagung oder ein Lob haben. Wir können für uns oder für jemanden anderen, für die Lebenden oder für die Verstorbenen beten. Die Gott zugewandten Gebete werden von Geistwesen erhört, die beauftragt sind, den Willen Gottes in die Praxis umzusetzen. Und die Gebete, die an die guten Geistwesen gerichtet sind, werden andererseits zu Gott weitergeleitet. Wenn jemand zu anderen Wesen betet, und nicht zu Gott, dienen diese Ersten als Vermittler, als Fürsprecher, denn nichts kann ohne den Willen Gottes getan werden.

10. Der Spiritismus macht die Wirkung des Gebetes verständlich, indem er die Art und Weise der Gedankenübertragung erklärt; sei es in dem Fall, wo das gebetene Wesen unserem Appell entgegen kommt, oder wenn unser Gedanke es zunächst erreicht hat. Um es zu verstehen, was hier geschieht, ist es notwendig, uns alle Wesen, inkarniert und nicht inkarniert, in dem universellen Fluidum des Weltraums als eingetaucht vorzustellen, genauso wie wir hier in der Atmosphäre der Erde sind. Dieses Fluidum bekommt von dem Willen einen Impuls. Es ist das Vehikel des Gedankens, wie die Luft den Schall überträgt, mit dem Unterschied, dass die Schallwellen begrenzt sind, während die Schwingungen des universellen Fluidums sich in das Unendliche ausdehnen. Wenn ein Gedanke von einem inkarnierten zu einem nicht inkarnierten Geist, oder umgekehrt, auf der Erde oder im Weltraum, gerichtet wird, bildet sich zwischen diesen eine fluidale Kette, die von dem einen zu dem anderen den Gedanken überträgt, ähnlich wie die Luft den Klang überträgt. 

Die Energie dieser Kette steht im Verhältnis zu der Energie des Gedankens und des Willens. So wird das Gebet von den Geistern gehört, unbedeutend von dem Ort, wo sie sich befinden. Auf dieser Weise kommunizieren die Geister untereinander, so inspirieren sie uns und so stellen sich schließlich die Verbindungen zwischen den inkarnierten Geistern aus der Entfernung her. 

Diese Erklärung ist vor allem an diejenigen gerichtet, welche die Zweckmäßigkeit des rein mystischen Gebetes nicht verstehen. Sie hat nicht den Zweck, das Gebet stofflich zu machen, sondern seine Wirkungen zu verdeutlichen, in dem ein direkter und wirkungsvoller Effekt von ihm gezeigt wird. Das Gebet bleibt deswegen nicht weniger dem Willen Gottes, Der allmächtige Richter in allen Dingen, untergeordnet, Der Einzige, Der letzten Endes dafür eine sinnvolle Wirkung geben kann.

11. Durch das Gebet erhält der Mensch für sich die Hilfe der guten Geister, die ihn in seinen guten Entschlüssen stützen und ihn zu guten Gedanken inspirieren. Der Mensch bekommt somit die notwendige Kraft, um seine Schwierigkeiten zu bewältigen und den geraden Weg wiederzufinden, wenn er sich von diesem entfernt haben sollte. So kann er selbst das Übel von sich fern halten, das er sonst durch seine eigenen Fehler an sich herangezogen hätte. Ein Mensch sieht z. B. seine Gesundheit durch Ausschweifungen ruiniert, die er selbst begangen hat und schleppt diese Krankheit bis zum Ende seiner Tage mit sich herum. Ein Leben voller Leiden. Hat er das Recht sich zu beklagen, wenn er die Gesundheit nicht wieder erlangt? Nein, weil er im Gebet die Kraft hätte finden können, um den Versuchungen zu widerstehen. 

12. Angenommen, wir würden die Sorgen im Leben in zwei Kategorien trennen: in jene, welche der Mensch nicht vermeiden kann und in jene Drangsale, die der Mensch selbst durch seine Fahrlässigkeit und seine Ausschweifung verursacht hat. Wir würden sehen, dass die Letzteren viel öfters vorkämen, als die Ersten. Es würde daher offensichtlich, dass der Mensch der Verursacher der Mehrheit seiner Bedrängnisse ist und dass er von diesen verschont bleiben würde, würde er immer mit Weisheit und Umsicht handeln. 

Es ist nicht weniger sicher, dass diese elenden Zustände das Ergebnis unserer Übertretungen gegenüber den Gesetzen Gottes sind. Und wenn wir diese Gesetze genau befolgen würden, wären wir vollkommen glücklich. Wenn wir die Grenzen des Notwendigen zur Befriedigung unserer Lebensbedürfnisse nicht überschreiten würden, müssten wir keine Krankheiten leiden, welche Folgen solcher Ausschweifungen sind und wären wir daraufhin den daraus resultierenden Schicksalsschlägen nicht ausgesetzt. Würden wir unserem Ehrgeiz eine Grenze setzen, so hätten wir keine Armut. Wenn wir nicht höher steigen wollten als wir könnten, müssten wir keinen Absturz befürchten. Wenn wir demütig wären, würden wir keine Enttäuschungen unseres verletzten Stolzes erleiden. Wenn wir nach dem Gesetz der Nächstenliebe handeln würden, würden wir weder lästern noch neidisch oder eifersüchtig sein und würden den Streit und die Uneinigkeit vermeiden. Täten wir schließlich niemandem etwas Schlechtes an, müssten wir uns nicht vor Rache fürchten und so weiter.

Nehmen wir an, dass der Mensch nichts gegen die anderen Übel machen kann, dass alle Gebete unnütz sind, sich von diesen zu befreien; wäre es dann nicht schon viel, sich von dem von uns selbst verursachten Übel zu befreien? Nun gut. Hier wird die Wirkung des Gebetes deutlich begriffen, weil sie das Ziel hat, die gesunde Inspiration der guten Geistwesen hervorzurufen; um die Kraft zu erbeten, dem böswilligen Gedanken zu widerstehen, dessen Verwirklichung für uns unheilvoll sein könnte. In diesem Fall ist es nicht das Böse, das sie von uns entfernen. Sie lenken uns jedoch von den schlechten Gedanken ab, die uns Unheil anrichten können. Die guten Geister behindern weder den Willen Gottes, noch heben sie den Lauf der Naturgesetze auf. Sie verhindern lediglich, dass wir diese Gesetze übertreten, indem sie uns beim Gebrauch unseres freien Willens Orientierung geben. Sie tun dies aber, ohne dass wir das zur Kenntnis nehmen, in unauffälliger Weise, um unseren Willen nicht zu verletzen. Der Mensch befindet sich demnach in der Lage desjenigen, der gute Ratschläge erbittet und sie in die Praxis umsetzt, dennoch mit der Freiheit, diese zu befolgen oder nicht. Gott will es so, damit der Mensch die Verantwortung seiner Taten trägt und Er überlässt ihm den Verdienst der Wahl zwischen dem Guten und dem Bösen. Das wird der Mensch immer bekommen, wenn er mit Inbrunst bittet. Hier finden vor allem die Worte Gebrauch: „Bittet, so wird euch gegeben.“

Wäre die Wirkung des Gebetes, allein auf dieses Verhältnis bezogen, nicht schon immens? Es war dem Spiritismus vorbehalten, die Wirkung des Gebetes durch die Offenbarung der Verhältnisse zwischen der körperlichen und der geistigen Welt, zu beweisen. Aber allein darauf, beschränkt sich seine Wirksamkeit nicht. 

Das Gebet wird von allen Geistern empfohlen. Auf das Gebet zu verzichten, wäre die Güte Gottes zu ignorieren. Man würde auf Seine Fürsorge für sich selbst verzichten und ebenso auf das Gute, das man für die anderen tun kann. 

13. Bei der Erfüllung der an Ihn gerichteten Bitten, will Gott oft die Hingabe, den Glauben und die Absicht von dem Betenden belohnen. Deswegen ist das Gebet des gütigen Menschen verdienstwürdiger und immer wirkungsvoller vor Gottes Augen. Denn der süchtige und böswillige Mensch kann nicht mit Inbrunst und Vertrauen beten. Sie können nur durch das Gefühl der wahrhaften Ehrfurcht verliehen werden. Aus dem Herzen des Egoisten, von demjenigen, der nur mit den Lippen betet, können nicht mehr als nur Worte hervorgehen und nicht die Impulse der Nächstenliebe, die dem Gebet all seine Macht geben. Man versteht das so deutlich, dass man intuitiv, wenn man um Gebete für sich ersucht, man die Personen gottgefälligen Verhaltens bevorzugt, denn von diesen werden die Gebete mehr erhört.

14. Da das Gebet eine Art magnetische Kraft ausübt, könnten wir annehmen, dass seine Wirkung von der fluidalen Kraft abhängig ist. Ist sie aber nicht. Wenn die Geister diese Wirkung auf die Menschen ausüben, gleichen sie bei Bedarf die Schwächen der Betenden aus, sei es durch ein direktes Handeln in seinem Namen oder indem sie ihm augenblicklich eine außergewöhnliche Kraft geben. Das geschieht aber nur dann, wenn der Mensch dieser Gunst würdig ist oder wenn dies von Nutzen ist.

Der Mensch, der sich nicht für gut genug hält, einen heilsamen Einfluss auszuüben, soll sich trotzdem nicht deswegen enthalten, für den anderen zu beten, mit dem Gedanken, er sei nicht würdig, erhört zu werden. Die Erkenntnis seiner Begrenztheit ist ein Beweis von Demut, die Gott immer gut heißt. Er berücksichtigt die gute Absicht, welche den Menschen bewegt. Seine Inbrunst und sein Vertrauen in Gott sind der erste Schritt auf der Rückkehr zum Guten, wozu die Geister freudig ermutigen. Jenes Gebet, das keine Zustimmung findet, ist das von dem Hochmütigen, der nur seiner Macht und seinen Auszeichnungen Glauben schenkt und der glaubt, sich über den Willen des Allmächtigen erheben zu können.

15. Die Macht des Gebetes liegt im Gedanken. Es bindet sich weder an Worte, noch an den Ort, noch an die Zeit, in der es gesprochen wird. Man kann also überall beten, zu jeder Zeit, allein oder in Gemeinschaft. Der Einfluss von Ort oder von Zeit hängt von den Umständen ab, die das In-sich‐gehen begünstigen. Das gemeinschaftliche Gebet hat eine stärkere Wirkung, wenn alle Betenden sich mit dem Herzen zu einem Gedanken und einem Ziel vereinigen. Dann ist es so, als ob viele gemeinsam und gleichzeitig wie in einem Chor laut rufen. Hier stellt sich die Frage: Was würde es nützen, wenn eine große Zahl von Menschen sich versammelt aber jeder einsam und für sich allein agiert? Hunderte versammelte Personen können jeweils isoliert nur für sich selbst beten, während wenn zwei oder drei in einer gemeinsamen Absicht verbunden sind, diese wie wahrhaftige Geschwister in Gott beten werden. Ihr Gebet wird mehr Kraft haben, als das von den oben zitierten hundert Personen.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVII - Bittet, so wird euch gegeben - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

quarta-feira, 29 de janeiro de 2014

Wirksamkeit des Gebetes

5. Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, daß ihrʹs empfangt, so wirdʹs euch zu teil werden. (Markus XI, 24).

6. Es gibt Menschen, welche die Wirksamkeit des Gebetes bestreiten und sich auf das Prinzip berufen, dass, wenn Gott unsere Nöte kennt, es doch überflüssig wäre, diese darzulegen. Sie fügen hinzu, dass, wenn alles im Universum durch ewige Gesetze bestimmt wäre, könnten unsere Wünsche den Willen Gottes doch nicht verändern.

Ohne Zweifel gibt es natürliche und unwiderrufliche Gesetze, die Gott nicht nach dem Wunsch eines jeden Menschen ändern kann. Daran zu glauben, dass alle Lebensumstände dem Schicksal zugeordnet wären, macht aber einen großen Unterschied. Wenn es so wäre, würde der Mensch nur ein passives Instrument, ohne Willensfreiheit und ohne Initiative sein. Mit dieser Annahme müsste er nur vor jedem Ereignis seinen Kopf beugen, ohne den Versuch zu wagen, es zu vermeiden, als ob er nicht vor einem Blitz ausweichen würde. So gab Gott die Vernunft und die Intelligenz nicht, damit sie nicht angewandt werden; Er gab den Willen nicht, um keine Entscheidung zu treffen oder das Leben, um untätig zu bleiben. Der Mensch ist andererseits frei zu handeln, in dem einen wie in dem anderen Sinn. Seine Taten haben für ihn und für die anderen Konsequenzen, die von dem, was er tut oder nicht tut, abhängig sind. Aufgrund seiner Initiative gibt es demnach Folgen, die gezwungenermaßen dem Schicksal entfliehen und die nicht das Gleichgewicht der universellen Gesetze zerstören. Genauso wenig wie das Nach‐ bzw. Vorstellen der Uhrzeiger das Bewegungsgesetz zerstört, das diesen Mechanismus bestimmt. Es ist daher möglich, dass Gott gewisse Bitten erhört, ohne dabei die Umwandelbarkeit der Gesetze, die das Ganze regieren, zu stören, die allein Seinem Willen untergeordnet sind.

7. Es wäre unlogisch aus der Aussage „Alles, das ihr durch das Gebet erbittet, wird erhört“ zu schließen, dass es zu bitten genügt, um es tatsächlich zu bekommen. Und es wäre ungerecht die Vorsehung zu verurteilen, sie hätte all unsere an sie gerichteten Bitten nicht erhört. Denn sie weiß besser Bescheid als wir, was für uns gut ist. Dasselbe geschieht mit einem Vater, der seinem Sohn etwas verweigert, das seinem Wohl entgegen steht. Der Mensch sieht im Allgemeinen nur die Gegenwart. Wenn das Leiden aber für sein zukünftiges Glück nützlich ist, erlaubt Gott, dass er Leiden erfährt, genauso wie ein Chirurg den Kranken eine Operation erleiden lässt, die ihn gesund machen wird.

Was Gott jemandem gibt, wenn man sich im Vertrauen an Ihn wendet, ist Mut, Geduld und Schicksalsergebenheit. Und was Er noch dazu geben wird, sind die Mittel, durch die man sich mit eigener Kraft von den Schwierigkeiten befreien kann, mit Hilfe der Gedanken, die uns von den guten Geistern eingegeben werden. Dann wird dem Menschen der Verdienst der Handlung überlassen. Gott steht diesem bei, der sich selbst hilft, nach dem Grundsatz: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“ Andererseits ist der Beistand Gottes weniger bei denjenigen, die nur fremde Hilfe erwarten, ohne ihre Fähigkeiten selbst zu gebrauchen. Denn im Allgemeinen will der Mensch, dass ihm durch Wunder geholfen werde, ohne selbst etwas dafür zu tun. 

8. Betrachten wir ein Beispiel: Ein Mann hat sich in der Wüste verirrt und leidet furchtbaren Durst. Er hat keine Kraft mehr und lässt sich auf den Boden fallen. Er fleht Gott an, damit Er ihm beisteht und wartet; aber kein Engel bringt ihm etwas zu trinken. Ein guter Geist gibt ihm dennoch einen Gedanken ein, er soll aufstehen und einen bestimmten Weg folgen, der vor ihm liegt; durch eine ungezielte Bewegung, sammelt der Mann die letzten Kräfte ein, erhebt sich und geht ohne Ziel weiter. Er kommt an einen Hügel und entdeckt von weitem einen Bach. Aufgrund dieser Entdeckung schöpft er neuen Mut. Wenn er gläubig ist, wird er sagen: „Danke mein Gott, für denGedanken,denDumirgegebenhastundfürdieneueKraft.“Wenner keinen Glauben hat, wird er sagen: „Was für einen guten Einfall ich hatte! Was für ein Glücksfall war es, als ich den rechten statt den linken Weg gegangen bin; der Zufall dient uns doch manchmal, wahrhaftig sehr! Ich bin stolz auf meinen Mut und auf meine Hartnäckigkeit, mich nicht dem Schicksal zu unterwerfen.“

Aber, ihr werdet sagen, warum hat der gute Geist ihm nicht deutlich gesagt: „Folge diesem Weg und am Ende wirst du finden, was du benötigst”? Warum hat er sich ihm nicht gezeigt, um ihn zu begleiten und in dieser Ohnmacht zu helfen? Der Geist würde ihn somit von dem Eingreifen der Vorsehung überzeugen. Das geschah in erster Linie, um ihn zu lehren, dass es notwendig ist, zuerst sich selbst zu helfen und seine eigenen Kräfte selbst einzusetzen. Gott stellt außerdem durch die Unsicherheit, das menschliche Vertrauen und die menschliche Ergebung Seinem Willen gegenüber auf die Probe. Dieser Mensch war in der Situation eines Kindes, das hinfällt. Wenn es jemanden sieht, schreit das Kind danach und wartet darauf, dass es aufgehoben wird; wenn es niemanden sieht, bemüht es sich und steht von selbst auf.

Wenn der Engel, der Tobias begleitete, ihm gesagt hätte: „Ich bin ein Gottesbote, der dich auf deiner Reise begleitet und dich vor allen Gefahren behüten wird“, hätte Tobias keinen Verdienst. Seinem Begleiter vertrauend, hätte er keine Notwendigkeit gesehen, sich Gedanken zu machen. Deswegen gab sich der Engel erst bei seiner Rückreise zu erkennen.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVII - Bittet, so wird euch gegeben - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

terça-feira, 28 de janeiro de 2014

Merkmale des Gebetes

1. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dirʹs vergelten.

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sieviele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. (Matthäus VI, 5 ‐ 8).

2. Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen. Wenn ihr aber nicht vergebt, dann wird euch euer Vater im Himmel eure Übertretungen auch nicht vergeben. (Markus XI, 25 ‐ 26).

3. Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: 

Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. 

Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. (Lukas XVIII, 9 ‐ 14).

4. Die Merkmale des Gebetes wurden deutlich von Jesus gezeigt; wenn ihr betet, sagt er, stellt euch nicht in den Vordergrund, aber betet im Verborgenen; seid nicht wie die Heuchler, denn nicht durch die vielen Worte werdet ihr gehört, sondern durch eure Aufrichtigkeit. Bevor ihr betet, wenn ihr irgendetwas gegen jemanden habt, vergebt ihm. Denn das Gebet wird nicht Gott gefällig sein, wenn es nicht aus einem gereinigten Herzen kommt, das von allen Gefühlen wider der Nächstenliebe befreit ist. Betet, aber mit Demut, wie der Zöllner und nicht mit Stolz, wie der Pharisäer. Prüft eure Fehler, aber nicht eure Vorzüge, wenn ihr euch mit anderen vergleicht, überprüft wo in euch noch etwas Schlechtes ist.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVII - Bittet, so wird euch gegeben - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

segunda-feira, 27 de janeiro de 2014

Uneigennützige Mediumschaft

7. Die modernen Medien ‐ im Vergleich zu jenen Aposteln, die auch Medien waren‐ haben von Gott genauso diese Fähigkeit umsonst bekommen, um Vermittler zwischen den Geistern und den Menschen zu sein und um diese aufzuklären. So zeigen sie ihnen den guten Weg und führen sie zum Glauben. Sie sind dagegen nicht gekommen, um Worte zu verkaufen, die ihnen nicht gehören.Denn diese stammen weder von ihren Ideen ab, noch gehören sie zu ihrer Forschung, noch kommen sie aus ihrer eigenen Arbeit.Gott will, dass das Licht alle erreicht und nicht, dass der Ärmere von ihm enterbt wird und dann sagt: „Ich habe keinen Glauben, weil ich für ihn nicht bezahlen konnte. Hatte deshalb nicht den Trost, die Ermutigung und die Zeichen der Zuneigung von denen, die ich beweine, bekommen, weil ich arm bin.” Aus dem Grund ist die Mediumschaft kein Privileg und ist überall zu finden. Dafür Geld zu verlangen würde demzufolge ihre vorgesehene Bestimmung zunichte machen.

8. Jeder, der die Bedingungen kennt, in denen sich die erhabenen Geister mitteilen und weiß, dass sehr wenig reicht, um sie von uns zu entfernen, der kennt ihre Abneigung gegenüber jeglicher Form von egoistischem Interesse. Dieser kann niemals annehmen, dass erhabene Geister dem besten Zahlenden zur Verfügung stehen, der sie in irgendwelchen Sitzungen ruft. Der reine gesunde Menschenverstand wehrt sich gegen diese Idee. Wäre es also nicht auch lästerlich, für Geld die Wesen zu rufen, die wir respektieren oder die uns wertvoll sind? Es steht außer Zweifel, dass wir Mitteilungen dieser Art erhalten können. Wer könnte dennoch für deren Ehrlichkeit garantieren? Die leichtsinnigen, lügnerischen und tückischen Geister und alle niederen Geister, die wenig Skrupel haben, eilen immer, um diesem Ruf nachzukommen. Sie sind auch immer bereit, die an sie gestellten Fragen ohne jegliche Sorge über die Wahrheit zu beantworten. Wer nun den Wunsch hat, seriöse Kundgaben zu erhalten, soll vor allem diese auch ernsthaft erbitten. Dabei soll er sich über die Art der Affinität der Medien mit denen der Geistigen Welt vergewissern. Hier ist nun die erste Bedingung, um die Güte erhabener Geister auf uns zu ziehen. Es möge geschehen durch die Demut, die Hingabe, die Entsagung und die absolute moralische, wie materielle Uneigennützigkeit. 

9. Neben der moralischen Frage zeigt sich eine an sich nicht weniger wichtige wahre Feststellung, die sich auf die Natur dieser Fähigkeit bezieht. Die ernsthafte Mediumschaft kann und wird niemals ein Beruf werden, nicht nur weil sie moralisch gesehen unglaubwürdig wäre. Und bald wäre sie mit den Wahrsagern gleichgestellt. Dabei hebt sich dennoch eine materielle Hürde hervor. Die Mediumschaft ist eine ausgesprochene, mobile, unkontrollierbare und veränderliche Fähigkeit, mit deren Beständigkeit niemand mit Sicherheitrechnen kann. Sie ist deshalb für ihre Anwender eine völlig unsichere Fähigkeit, die sie im Moment der größten Bedürftigkeit verlieren können. Im Unterschied dazu ist die Begabung, die man sich durch Lernen und Arbeit erworben hat und die, aus diesem Grunde, ein wahrer Besitz geworden ist, dessen man sich ganz natürlich bedienen kann. Die Mediumschaft ist aus diesem Grund weder eine Kunst noch eine Gabe und deshalb kann sie nicht beruflich genutzt werden. Sie existiert nur in Zusammenarbeit mit den Geistern, wenn sie ihr fehlen, gibt es keine Mediumschaft mehr. Obwohl die Fähigkeit weiter existieren kann, kann sie aber nicht mehr ausgeübt werden. Demnach gibt es kein einziges Medium auf dieser Erde, welches das Erlangen eines spiritistischen Phänomens in einem bestimmten Moment garantieren kann. Die Ausnutzung der Mediumschaft ist wie man sieht, über eine Sache verfügen zu wollen, die man in Wirklichkeit nicht besitzt. Das Gegenteil zu behaupten, hieße diejenigen zu betrügen, die dafür bezahlen. Darüber hinaus verfügt man nicht übersich selbst, sondern über die Geister, die Seele der Verstorbenen, deren Mitwirkung verkäuflich gemacht wird. Dieser Gedanke widerstrebt einem ganz instinktiv. Es war dieser Handel, der, ausgenutzt von Scharlatanen, durch Missbrauch, durch Unwissenheit, Gutgläubigkeit und Aberglaube heruntergekommen, das Verbot von Moses veranlasst hat. Der moderne Spiritismus, der die ernsthaften Aspekte der Sache versteht, verurteilt diesen Missbrauch. Und er hebt die Mediumschaft in die Kategorie einer Mission empor. 

10. Die Mediumschaft ist eine heilige Aufgabe, die auch mit Religiosität entsprechend praktiziert werden soll. Wenn eine der Arten der Mediumschaft diese Bedingungen aufs Strengste befolgen soll, ist es die heilende Mediumschaft. Der Arzt bietet das Ergebnis seiner Studien an, die unter großen Leistungen erbracht worden sind, der Magnetiseur, sein eigenes Fluidum und oftmals seine eigene Gesundheit. Diese könnten dafür einen Preis verlangen. Das heilende Medium dagegen leitet das heilsame Fluidum der guten Geister über und hat nicht das Recht, es zu verkaufen. Jesus und seine Jünger haben trotz Armut kein Geld für die Heilung, die sie vollbrachten, verlangt.

Derjenige also, der nichts hat von dem er leben kann, muss sich andere Möglichkeiten als die Mediumschaft aussuchen und dieser nur die Zeit opfern, die er nach der materiellen Arbeit zur Verfügung stellen kann. Die Geister werden seine Widmung und seine Opfergabe in Betracht ziehen, während sie sich von denen entfernen werden, die aus der Mediumschaft ein Mittel machen möchten, um eine Position zu erreichen. 

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVI - Gebt umsonst, was ihr umsonst bekommen habt - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

domingo, 26 de janeiro de 2014

Die Vertreibung der Strassenhändler aus dem Tempel

5. Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, auszutreiben die Verkäufer und Käufer im Tempel; und die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler stieß er um und ließ nicht zu, daß jemand etwas durch den Tempel trage. Und er lehrte und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben »Mein Haus soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus! Und es kam vor die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und sie trachteten danach, wie sie ihn umbrächten. Sie fürchteten sich nämlich vor ihm; denn alles Volk verwunderte sich über seine Lehre. (Markus XI, 15 ‐ 18; Matthäus XXI, 12 ‐ 13).

6. Jesus vertrieb die Straßenhändler aus dem Tempel und verurteilte somit den Handel mit heiligen Gegenständen,in welcher Art und Weise auch immer. Gott verkauft weder Seinen Segen, noch Seine Gnade, noch den Eintritt in das Himmelreich. Der Mensch hat deswegen kein Recht, Geld dafür zu verlangen. 

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVI - Gebt umsonst, was ihr umsonst bekommen habt - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

sábado, 25 de janeiro de 2014

Bezahlte Gebete

3. Als aber alles Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in langen Gewändern einherzugehen, und lassen sich gern grüßen auf dem Markt und sitzen gern obenan in den Synagogen und bei Tisch;sie fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete. Die werden ein umso härteres Urteil empfangen. (Lukas XX, 45 ‐ 47; Markus XII, 38 ‐ 40; Matthäus XXIII, 14).

4. Jesus sagte außerdem: Lasst nicht zu, dass eure Gebete bezahlt werden, tut nicht wie die Schriftgelehrten, die „... fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete.“ Das bedeutet, dass sie ergriffen ihren Besitz. Das Gebet ist eine Tat der Nächstenliebe, ein Impuls des Herzens. Wenn wir uns für dieses Gebet, das wir an Gott für jemanden richten, bezahlen lassen, verwandeln wir uns in bezahlte Zwischenhändler. Das Gebet verändert sich dann in eine Formel, bei der die Länge so groß wie das bezahlte Geld ist. Es gilt nun entweder das eine oder das andere: Entweder misst Gott Seine Gnade an der Zahl der Worte oder nicht. Wenn viele Worte notwendig sein sollten, wieso würde man nur einige oder gar nur sehr wenige für diejenigen sprechen, die nichts bezahlen können? Das ist Mangel an Nächstenliebe. Und wenn nur ein Wort genügt, sind die anderen überflüssig. Wie kann man dann dafür Geld verlangen? Das ist eine moralisch verdorbene Handlung.

Gott handelt mit Seinen Wohltaten nicht. Wie könnte demnach jemand, der nicht einmal Verteiler dieser Wohltaten ist, geschweige denn für die Zuteilung garantieren kann, Geld für einen Wunsch verlangen, der vielleicht auch nicht in Erfüllung geht? Gott kann keine Tat der Gnade, der Güte oder der Gerechtigkeit, um die wir angesichts Seines Erbarmens bitten, von einer bestimmten Bezahlung abhängig machen. Daraus folgt, auf der anderen Seite, dass, wenn diese Summe nicht getilgt oder nicht vollständig bezahlt worden wäre, die Gerechtigkeit, die Güte und die Barmherzigkeit Gottes nicht stattfinden würde. Die Vernunft, der gesunde Menschenverstand und die Logik sagen uns ferner, dass Gott, die uneingeschränkte Vollkommenheit, nicht auf unvollkommene Menschen das Recht übertragen würde, Preise für Seine Gerechtigkeit festzulegen. Die Gerechtigkeit Gottes ist wie die Sonne, die für alle scheint, sowohl für Arme als auch für Reiche. Und wenn wir es schon unmoralisch finden, mit den Gütern eines irdischen Monarchen zu handeln, wäre es dann überhaupt annehmbar, mit den Gütern des Schöpfers des Universums zu handeln?

Die bezahlten Gebete besitzen noch andere Nachteile. Wer sie kauft, betrachtet sich oftmals davon befreit, selbst zu beten. Er geht davon aus, seinen Anteil getan zu haben, indem er Geld dafür gegeben hat. Man weiß jedoch, dass die Inbrunst der Gedanken derer, die sich für die Geister interessieren, diese berührt. Welche Inbrunst kommt aber von demjenigen, der einen Dritten bezahlt, um für ihn selbst beten zu lassen? Und welche ist dann die Inbrunst eines Dritten, der einem anderen diesen Auftrag gegeben hat und dieser Letztere wiederum einem anderen und so weiter? Bedeutet das nicht, die Wirksamkeit des Gebetes auf den Wert der täglichen Währung herabzusetzen? 

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVI - Gebt umsonst, was ihr umsonst bekommen habt - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.