quarta-feira, 4 de dezembro de 2013

Der gütige Mensch

3. Der wahre gütige Mensch ist derjenige, der das Gesetz der Gerechtigkeit, der Liebe und der Nächstenliebe in seiner höchsten Reinheit, praktiziert. Derjenige, der sein Gewissen über seine eigenen Taten befragt und sich selbst fragt: Ob er nicht dieses Gesetz verletzt hat; nichts Böses getan hat; ob er alle Wohltaten vollbracht hat, die er in der Lage zu vollbringen war; ob er absichtlich eine Möglichkeit verpasst hat, in der er hätte nützlich sein können; ob sich niemand über sein Verhalten beschweren kann und letztendlich die Frage, ob er den anderen all das getan hat, was er sich selbst wünsche, dass es ihm angetan wird.

Er vertraut Gott in Seiner Güte, in Seiner Gerechtigkeit und in Seiner Weisheit. Er weiß, dass nichts ohne Seine Einwilligung geschieht und fügt sich Seinem Willen.

Er glaubt an die Zukunft und stellt deswegen die spirituelle Güte über alle irdischen Güter.

Er anerkennt, dass alle Schicksalsschläge des Lebens, alle Leiden und alle Enttäuschungen, Prüfungen oder Abbüßungen sind und akzeptiert sie, ohne sich zu beschweren.

Durchdrungen vom Gefühl der Mildtätigkeit und der Liebe, tut er Gutes, des Guten wegen, ohne Belohnung zu erwarten. Er erwidert dem Bösen das Gute, übernimmt die Verteidigung des Schwachen gegen den Starken und opfert immer sein Interesse der Gerechtigkeit.

Er findet Befriedigung in den Wohltaten, die er vollbringt; in dem Dienst, den er leistet; in dem Glück der Menschen, die er glücklich macht; in den Tränen, die er trocknet; in dem Trost, den er den Unglücklichen spendet. Seine erste Reaktion ist immer an andere zu denken, bevor er an sich selbst denkt und er versucht die Interessen der anderen vor seine eigenen zu stellen. Der Egoist, im Gegenteil dazu, berechnet den Gewinn und Verlust all seiner Wohltaten.

Der gütige Mensch ist menschlich und gut, zu allen Menschenohne Bevorzugung einer Rasse oder eines Glaubens, weil er alle Menschen als Geschwister betrachtet.

Er respektiert an den anderen ihre ehrliche Überzeugung und wirft nicht den Bann des Fluches über diejenigen, die nicht so denken wie er.

Unter allen Umständen ist die Nächstenliebe seine Führung. Und er weiß, dass der, nicht die Gnade Gottes verdient, der anderen mit böswilligen Worten schadet oder die Gefühle anderer mit seinem Stolz und seiner Verachtung verletzt. Und auch wenn er sich nicht von der Idee verabschiedet, anderen Leiden und Unannehmlichkeiten zuzufügen, selbst wenn sie vielleicht unbedeutend erscheinen und vermeidbar wären, er missachtet damit die Pflicht der Nächstenliebe und erweist sich dieser Gnade ebenfalls nicht würdig.

Der gütige Mensch pflegt weder Hass noch Groll und auch kein Rachegefühl. Nach dem Beispiel von Jesus vergibt er und vergisst die Beleidigungen und erinnert sich nur an die Wohltaten, da er weiß, dass ihm verziehen werden wird, in dem Maß, wie er verziehen hat.

Er ist milde mit den Schwächen anderer, da er weiß, dass er selbst der Milde bedarf und erinnert sich deshalb an die Worte von Christus: „Wer unter euch ohne Laster ist, der werfe den ersten Stein auf sie.”

Er beschäftigt sich nicht damit, Fehler an dem anderen zu suchen und diese zu offenbaren. Wenn dennoch die Notwendigkeit ihn dazu zwingt, versucht er immer, das Schlechte zu mildern.

Er analysiert seine eigene Unvollkommenheit und arbeitet unermüdlich daran, sie zu bekämpfen. Er setzt alle Anstrengungen ein, um vom nächsten Tag sagen zu können, dass er etwas besser geworden als der gestrige Tag ist.

Er versucht weder seinen Geist, noch seine Begabungen auf Kosten anderer zur Geltung zu bringen. Er nutzt im Gegenteil alle Möglichkeiten, um auf die Vorteile anderer aufmerksam zu machen.

Er geht weder mit seinem Reichtum noch mit seinen persönlichen Vorteilen eitel um, weil er erkennt, dass alles, was ihm gegeben wurde, ihm wieder entzogen werden kann.

Er benutzt, aber missbraucht nicht die Güter, die ihm anvertraut wurden. Da er weiß, dass es sich um eine Leihgabe handelt, der gegenüber er rechenschaftspflichtig ist. Ferner weiß er, dass es am aller schädlichsten wäre, sich davon für die Befriedigung der eigenen Leidenschaften zu bedienen.

Wenn die soziale Stellung ihm Menschen als seine Mitarbeiter unterordnet, behandelt er sie mit Güte und Wohlwollen, da sie vor Gott seinesgleichen sind. Er nutzt sein Ansehen, um sie aufzurichten, statt sie mit seinem Stolz zu demütigen. Er vermeidet alles, was ihre untergeordnete Position beschwerlicher machen könnte.

Der Untergeordnete auf der anderen Seite, versteht die Pflichten seiner Position und bemüht sich diese gewissenhaft zu befolgen. 

Und schließlich respektiert der gütige Mensch alle Rechte, die seinesgleichen durch die Naturgesetze gegeben wurden, gleichfalls wie er seine Rechte respektiert sehen möchte. 

Diese Zusammenfassung entspricht nicht allen Eigenschaften, die einen gütigen Menschen kennzeichnen. Wer sich dennoch bemüht, diese von uns aufgeführten Eigenschaften zu erwerben, befindet sich auf dem Weg zu allen anderen.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XVII - Seid vollkommen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

terça-feira, 3 de dezembro de 2013

Charakteristika der Vollkommenheit

1. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, denn wenn ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. (Matthäus V, 44 ‐ 48).

2. Wenn wir annehmen, dass Gott die unendliche Vollkommenheit über allem ist, würde die Maxime „vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist” wortwörtlich betrachtet, die Möglichkeit beinhalten, die absolute Vollkommenheit zu erlangen. Wenn den Geschöpfen die Möglichkeit gegeben wäre, genauso vollkommen wie der Schöpfer selbst zu sein, wären sie ihm gleich, was unzulässig ist. Die Menschen, zu denen Jesus sprach, hätten aber diese feine Nuance nicht verstanden. Er hat sich darum beschränkt, ihnen ein Modell zu zeigen und ihnen zu raten, sich darum zu bemühen, dieses Ziel zu erreichen.

Es ist also notwendig, diese Worte, als eine relative Vollkommenheit zu verstehen, welche die Menschheit in der Lage ist, zu erreichen, um sich damit mehr der Göttlichkeit anzunähern. Wovon handelt diese Vollkommenheit? Jesus sagte: „Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ Damit zeigt er uns, dass das Wesentliche der Vollkommenheit die Nächstenliebe in ihrer Vielseitigkeit ist, weil sie die Ausübung von allen Tugenden verlangt. 

In der Tat, wenn man sich die Folgen aller Laster anschaut, selbst von den einfachsten Fehlern, so wird man feststellen, dass nicht ein Einziges dabei ist, das nicht mehr oder weniger das Gefühl der Nächstenliebe verändert. Denn sie haben alle ihren Ursprung in dem Egoismus und in dem Stolz, die beide als Verneinung dieser Nächstenliebe zu betrachten sind. Alles, was die eigene Persönlichkeit überwertig werden lässt, zerstört oder schwächt zumindest die Elemente der wahren Nächstenliebe: das Wohlwollen, die Nachsicht, die Entsagung und die Hingabe. Die Liebe zu den Nächsten bis hin zu der Liebe zu den Feinden lässt sich mit keinem Fehler in Verbindung bringen, der gegen das Prinzip der Nächstenliebe ist. Diese Liebe ist deswegen immer ein Anzeichen mehr oder weniger großer moralischen Überlegenheit. Daraus ergibt sich, dass die Stufe der Vollkommenheit in direktem Zusammenhang mit dem Ausmaß jener Liebe steht. Jesus sagte deshalb, nachdem er seinen Jüngern die Grundsätze der Nächstenliebe in ihrer vollkommensten Form erläutert hatte: Seid vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XVII - Seid vollkommen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

segunda-feira, 2 de dezembro de 2013

Übergabe des Reichtums

15. Spricht das Prinzip, das besagt, der Mensch sei nur der Verwalter der Reichtümer und Gott erlaube ihm, sie während seines irdischen Lebens zu genießen, ihm das Recht ab, den Reichtum an seinen Nachfolger weiterzugeben?

Der Mensch kann durchaus bei seinem Tod die Güter, die er in seinem Leben benutzt hat, weitergeben, denn die Ausführung dieses Rechts ist immer dem Willen Gottes untergeordnet. Er kann es vermeiden, wenn es Seine Absicht ist, dass die Erben nicht an diesem Genuss teilhaben sollen. Deswegen sehen wir, wie Reichtümer zerstört werden, die aussahen, als hätten sie eine sehr solide Grundlage. Der Wille des Menschen, seine Reichtümer in den Händen seiner Nachkommen zu verwahren, ist ohne Macht. Das nimmt ihm aber nicht das Recht, diese Leihgabe weiterzugeben, die er bekommen hat, zumal Gott sie diesem wieder entziehen kann, wenn Er es für richtig hält.

- Hl. Ludwig (Geist).
Paris, 1860.


Auszug aus dem Kapitel XVI - Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

domingo, 1 de dezembro de 2013

Die Abkehr von irdischen Gütern

14. Ich komme, meine Brüder, meine Freunde, um euch mein Opfer zu bringen, um euch mit Mut auf dem von euch bereits betretenen Weg der Vervollkommnung fortschreiten zu helfen. Wir sind uns gegenseitig verpflichtet. Der Erneuerungsprozess ist nur durch eine ehrliche und brüderliche Vereinigung zwischen Geistern und Inkarnierten möglich.

Eure Vorliebe zu den materiellen Gütern ist eine der stärksten Hindernisse für eure moralische und spirituelle Entwicklung. Durch diese Anhänglichkeit am Besitz unterdrückt ihr eure Fähigkeiten zu lieben, indem ihr sie ganz auf die materiellen Dinge richtet. Seid ehrlich: Gibt der Reichtum ein vollkommenes Glück? Obwohl eure Kassenschränke voll sind, gibt es nicht trotzdem eine Leere in eueren Herzen? Ist nicht am Boden dieser Blumenkörbe immer eine Schlange versteckt? Ich verstehe, dass die Menschen, die durch fleißige und ehrliche Arbeit Reichtum erlangen, eine Genugtuung erfahren, die zudem gerecht ist. Von dieser sehr natürlichen Befriedigung, die Gott auch anerkennt, bis zu einer Anhänglichkeit, die alle anderen Gefühle verschlingt und die Impulse des Herzens lähmt, liegt jedoch eine große Entfernung: Eine Entfernung, die so groß ist wie die zwischen der übertriebenen Verschwendung und dem verkommenen Geiz. Diese sind zwei schlechte Angewohnheiten, zwischen denen Gott die Nächstenliebe gestellt hat. Sie ist göttlich und eine heilsame Tugend, die den Reichen lehrt zu geben, ohne zu prahlen, damit der Arme ohne Erniedrigung etwas entgegennimmt.

Wenn der Reichtum von eueren Familien stammt, oder wenn ihr ihn euch durch eure Arbeit verdient habt, dann gibt es etwas, das ihr nie vergessen sollt: Alles kommt von Gott und kehrt wieder zu Ihm zurück. Nichts gehört euch auf dieser Erde, nicht einmal euer armer Körper. Der Tod trennt euch von ihm wie von allen materiellen Gütern. Ihr seid Verwalter und nicht Besitzer. Lasst euch dadurch nicht täuschen. Gott borgt es euch, ihr sollt es Ihm zurückgeben. Er borgt es euch unter der Bedingung, dass ihr mindestens den Überschuss zum Wohl derjenigen verwendet, die Not leiden.

Einer euerer Freunde borgt euch eine gewisse Summe Geld. Auch wenn ihr wenig Ehrlichkeit besitzt, werdet ihr viele moralische Bedenken haben, es ihm nicht zurückzugeben und ihr seid ihm dafür dankbar. Hier habt ihr dann die Lage aller reichen Menschen auf der Erde. Gott ist ein himmlischer Freund, der einem den Reichtum geborgt hat und von ihm für sich nichts Weiteres erbittet, als die Liebe und die Dankbarkeit. Er verlangt aber auch von diesem Reichen, dass er etwas den Armen gebe, denn sie sind genauso wie er Gottes Kinder.

Die euch von Gott anvertrauten Güter erregen in eueren Herzen eine feurige und wahnsinnige Gier. Habt ihr darüber nachgedacht, wenn ihr von dem vergänglichen und vorübergehenden Reichtum – der, wie ihr übrigens selbst auch, flüchtig ist‐ übermäßig abhängig werdet, dass ihr euch eines Tages dem Herrn gegenüber für das, was ihr von Ihm erhalten habt, verantworten müsst? Ist euch entgangen, dass ihr durch den Reichtum die göttliche Rolle eines Vertreters der Nächstenliebe auf der Erde annehmen sollt, um ihn vernünftig zu verwalten? Was seid ihr also anderes als ein unehrlicher Verwalter, wenn ihr das, was euch anvertraut worden ist, nur zu euerer Befriedigung nutzt? Was resultiert aus diesem bereitwilligen Vergessen euerer Pflichten? Der unbeugsame und unerbittliche Tod wird kommen, um den Schleier zu zerreißen, unter dem ihr euch versteckt. Er zwingt euch, die Rechnung dem Freund, der euch vertraut hat, zu präsentieren und der in diesem Moment im Amt des Richters vor eueren Augen erscheinen wird.

Vergebens versucht ihr euch in diesem irdischen Leben selbst zu betrügen. Ihr färbt das mit dem Namen der Tugend, was oftmals nur Egoismus ist. Umsonst nennt ihr es Sparsamkeit und Vorsorge, was nur Gier und Geiz ist. Oder ihr nennt das Güte, was nichts anderes ist, als Verschwendung zu eueren Gunsten. Wie ein Familienvater, zum Beispiel, der sich der Ausübung der Nächstenliebe vorbehält, um – so sagt er – zu sparen, Gold auf Gold zu häufen, damit er seinen Kindern das Maximum an Gütern hinterlässt, weil er so sie vor dem Elendsleben bewahren könne. Das ist gerecht und väterlich, ich stimme zu, niemand kann ihn tadeln. Wird das aber immer die einzige Motivation sein, die ihn antreibt? Ist es nicht oft eine Entschuldigung für sein Gewissen, um sich vor sich und den Augen der Menschheit dafür zu rechtfertigen, dass er an die irdischen Güter gebunden ist? Nehmen wir trotzdem an, dass die väterliche Liebe seine einzige Motivation ist. Wäre dies dennoch ein Grund, um seine Geschwister im Sinne Gottes zu vergessen? Wenn er selbst schon im Überfluss lebt, werden seine Kinder im Elend leben, nur, weil er ihnen etwas weniger von diesem Überfluss hinterlässt? Gibt er ihnen damit nicht eher eine Lektion des Egoismus, die ihre Herzen verhärten wird? Bedeutet es nicht, den Keim der Nächstenliebe in ihnen zu ersticken? Väter und Mütter, ihr seid in einem großen Irrtum, wenn ihr glaubt, damit die Liebe euerer Kinder zu euch zu vergrößern. Indem ihr ihnen beibringt, egoistisch gegenüber anderen zu sein, lehrt ihr sie, gegenüber euch selbst egoistisch zu sein.

Wenn ein Mensch viel gearbeitet und im Schweiße seines Angesichtes Güter gesammelt hat, pflegt man zu sagen, dass er den Wert des Geldes, das er sich selbst verdient hat, mehr zu schätzen weiß. Nichts ist wahrer. Nun, sobald dieser Mensch, der zugegeben hat, den hohen Wert dieses selbst erwirtschafteten Geldes zu kennen, Nächstenliebe nach seinen Möglichkeiten ausübt, wird sein Verdienst größer sein als jener der anderen, die im Überschuss geboren sind und die mühsamen Anstrengungen der Arbeit nicht kennen. Wenn sich aber dieser Mann, der sich zwar an seinen Kummer, an seine Anstrengungen erinnert, in einen Egoisten verwandelt und hart gegenüber den Armen ist, wird er noch viel schuldiger als die anderen sein. Denn je mehr wir selbst die verborgenen Schmerzen des Elends kennen, desto mehr sollten wir uns geneigt fühlen, unsererseits die Schmerzen anderer zu lindern.

Unglücklicherweise begleitet den begüterten Mann immer noch ein anderes Gefühl, das genauso stark ist wie die Anhänglichkeit am Reichtum: der Stolz. Nicht selten ist zu sehen, dass der Neureiche den Unglücklichen, der ihn um Hilfe bittet, mit den Geschichten von seiner Arbeit und von seinen Fähigkeiten verwirrt und statt ihm zu helfen, sagt er am Ende: „Tu, wie ich es getan habe!“ Seiner Meinung nach hat die Güte Gottes keinen Einfluss auf seinen Reichtum, nur ihm allein steht der ganze Verdienst zu und sein Stolz verbindet ihm die Augen und steckt ihm Watte in die Ohren. Trotz all seiner Intelligenz und all seinem Können, versteht er nicht, dass Gott seinen Reichtum durch ein einziges Wort in das Gegenteil verkehren kann. 

Den Reichtum zu verschwenden heißt nicht, sich von den irdischen Gütern zu lösen, es bedeutet Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit. Der Mensch als Verwalter der Güter, die er besitzt, hat nicht das Recht, sie zu vergeuden oder zu seinen Gunsten zu beschlagnahmen. Die Verschwendung ist auch keine Güte, sondern fast immer eine Art Egoismus. Wer das Gold mit vollen Händen verschwendet, um seine Phantasien zu befriedigen, würde vielleicht keinen Pfennig geben, um Hilfe zu leisten. Die Abkehr von den irdischen Gütern heißt deswegen den Reichtum in seinem wahren Wert zu betrachten und sich dessen zu bedienen, um anderen zu helfen und nicht nur sich selbst; sich nicht für ihn zu opfern im Interesse des zukünftigen Lebens; ihn zu verlieren, ohne sich zu beklagen, wenn Gott es für richtig hält, ihn einem zu entziehen. Wenn ihr durch ein unvorhergesehenes Missgeschick zu einem zweiten Hiob werdet; sagt wie er: „Der Herr hatʹs gegeben, der Herr hatʹs genommen; der Name des Herrn sei gelobt!“ Das ist die wahre Abkehr. Seid von Anfang an diesem Schicksal ergeben, vertraut darauf, dass derjenige, der euch gegeben und weggenommen hat, euch ebenso wieder geben kann! Versucht der Niedergeschlagenheit und der Verzweiflung zu widerstehen, die eure Kräfte lähmt! Vergesst nie, dass, wenn Gott euch vor eine harte Prüfung stellt, Er immer einen Trost beilegt. Denkt aber daran, dass es viele andere Güter gibt, die unendlich wertvoller sind als die irdischen Güter; dieser Gedanke wird euch helfen, sie loszulassen. Umso weniger Wert wir einer Sache beimessen, desto weniger leiden wir darunter, sie zu verlieren. Der Mensch, der sich an die irdischen Güter hängt, ist wie ein Kind, das nur den jetzigen Augenblick sieht; derjenige, der sie loslässt, ist wie ein Erwachsener, der andere Dinge als wichtiger betrachtet, weil er die prophetischen Worte des Erlösers kennt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

Gott befiehlt niemandem, auf seinen Besitz zu verzichten, um freiwillig Bettler und damit eine Last für die Gesellschaft zu werden. So zu handeln hieße, die Abkehr von den irdischen Gütern misszuverstehen. Es ist ein Egoismus anderer Art, denn das wäre gleich bedeutend mit einer Flucht vor der Verantwortung, mit welcher der Reichtum denjenigen belastet, der ihn besitzt. Wenn Gott es für richtig hält, gibt Er den Reichtum demjenigen, der diesen zum Vorteil aller gut zu verwalten versteht. Der Reiche hat also eine Mission, die schön und wertvoll für ihn werden kann. Den Reichtum zu verweigern, wenn Gott ihn einem gegeben hat, bedeutet auf die Wohltaten zu verzichten, die man damit bewirken könnte, würde man ihn mit Weisheit verwalten. Wir müssen lernen, ohne ihn auszukommen. Wenn wir ihn dennoch besitzen, so sollen wir ihn nützlich gebrauchen. Wenn wir ihn bekommen haben, müssen wir lernen, ihn zu opfern, wenn es notwendig wird. Das bedeutet, nach dem Willen Gottes zu handeln. Wer etwas bekommen hat, das auf der Erde als ein großer Reichtum gilt, soll zu sich selbst sagen: Mein Gott, Du gibst mir eine neue Aufgabe, gib mir auch die Kraft, diese nach Deinem Willen zu erfüllen! 

Hier habt ihr das, meine Freunde, was ich euch in Bezug auf die Abkehr von den irdischen Gütern lehren wollte. Ich möchte schließlich zusammenfassen: Lernt mit wenig zufrieden zu sein; wenn ihr arm seid, beneidet nicht die Reichen, weil der Reichtum für das Glück nicht notwendig ist; wenn ihr reich seid, vergesst nicht, dass diese Güter euch anvertraut worden sind; ihr werdet Rechenschaft abgeben müssen, wie ihr sie benutzt habt, wie bei einer Prüfung einer Vormundschaft. Seid keine untreuen Verwalter, indem ihr den Reichtum zu euerer Befriedigung, für eueren Stolz und eure Sinnlichkeit benutzt. Betrachtet es nicht als euer Recht, ihn einzig und allein für euch zu nutzen, ihr habt ihn nicht als Gabe, sondern als Leihgabe bekommen. Wenn ihr nicht gelernt habt zurückzugeben, habt ihr nicht das Recht zu bitten. Denkt daran, den Armen zu geben bedeutet, die Schuld, die wir Gott gegenüber haben, einzulösen. 

- Lacordaire (Geist).
Constantine, 1863.


Auszug aus dem Kapitel XVI - Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

sábado, 30 de novembro de 2013

„Gebt Almosen, wenn es notwendig ist; wann immer es möglich ist, verwandelt sie in Lohn“

13. Der Mensch als Treuhänder, als Verwalter der Güter, die Gott in seine Hände gegeben hat, wird strenge Rechenschaft ablegen müssen, wie er sie, kraft seines freien Willens, eingesetzt hat. Der schlechte Gebrauch des Reichtums besteht darin, diesen nur zu seiner eigenen Befriedigung genutzt zu haben. Hingegen ist die Verwendung jedes Mal gut, wenn daraus etwas Gutes für die anderen resultiert. Der Verdienst ist den Opfern, die wir uns auferlegen, angemessen. Die Wohltätigkeit ist nur eine Weise, den Reichtum einzusetzen. Sie lindert das momentane Elend, stillt den Hunger, bewahrt vor der Kälte und gibt Zuflucht denjenigen, die nichts haben. Eine durchaus genauso starke und würdige Pflicht besteht darin, dem Elend vorzubeugen. Das ist vor allem die Aufgabe der großen Reichtümer, die diese in unterschiedlichstem Einsatz erfüllen können. Und auch wenn man selbst aus den Reichtümern einen legitimen Profit ziehen würde, gäbe es davon eine nicht weniger gute Folge. Denn die Arbeit fördert die Intelligenz und betont die Würde des Menschen. So ist jemand immer in der Lage zu sagen, dass er das Brot, das er isst, selbst verdient, wohingegen Almosen demütigen und erniedrigen. Der Reichtum, in einer Hand konzentriert, soll wie eine Quelle belebenden Wassers sein, die Fruchtbarkeit und Wohlsein um sich verbreitet. Ach, ihr Reichen! Wenn ihr den Reichtum nach dem Willen Gottes nutzt, werden eure eigenen Herzen die ersten sein, die sich aus dieser wohltuenden Quelle satt trinken. So könnt ihr in diesem Leben in den unbeschreiblichen, seelischen Genuss kommen, statt den materiellen Genuss der Egoisten zu erleben, der eine Leere in den Herzen hinterlässt. Euer Name wird auf der Erde selig sein und wenn ihr die Erde verlasst, wird der allmächtige Herr an euch die Worte, ähnlich wie im Gleichnis vom anvertrauten Zentner, richten: „O guter und treuer Diener, nehme an der Freude deines Herrn teil!“ Ist in diesem Gleichnis der Diener, der das ihm anvertraute Geld in der Erde vergraben hat, nicht die Figur des Geizigen, in dessen Händen der Reichtum unergiebig ist? Wenn aber Jesus prinzipiell von Almosen sprach, tat er das, weil man damals und in dem Land, in dem er gelebt hatte, die Förderlichkeit der später entstandenen Künste und der Industrie nicht kannte. Hierbei können die Reichtümer sehr für das allgemeine Wohl angewendet werden. Deswegen sage ich all denjenigen, die etwas ‐ ob viel oder wenig ‐ geben können: Gebt Almosen, wenn es notwendig ist; wann immer es möglich ist, verwandelt sie in Lohn, damit derjenige, der sie bekommt, sich nicht schämen muss. 

- Fénelon (Geist).
Algier, 1860.


Auszug aus dem Kapitel XVI - Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

sexta-feira, 29 de novembro de 2013

Der kurzen Dauer des Lebens

12. In Anbetracht der kurzen Dauer des Lebens hinterlässt eure andauernde Sorge um die irdischen Güter bei mir schmerzliche Eindrücke. Dabei schenkt ihr euerem moralischen Fortschreiten kaum Bedeutung und so wenig Zeit. Dies wäre dennoch das Wichtigste für die Ewigkeit. Beobachtet man eure Tätigkeiten, geht man davon aus, es handle sich um eine höchst wichtige Frage für die Menschheit. Tatsache ist, dass es hier fast immer um die Befriedigung euerer übertriebenen Bedürfnisse geht, euerer Eitelkeit oder auch darum, dass ihr euch den Exzessen ausliefert. Wie viele Leiden, wie viele Qualen und wie viele Sorgen man sich bereitet; wie viele Nächte ohne Schlaf man durchwacht, um den Reichtum zu vergrößern. All das geschieht mehr als genug! Aus übermäßiger Blindheit sind die Menschen nicht selten Sklaven von anstrengender Arbeit. Sie tun das aus unkontrollierter Liebe zum Reichtum und zu den dadurch begünstigten Genüssen. Dabei prahlen sie mit dieser Anstrengung, ein Leben voller Opfer und Verdienste zu haben, als ob sie für die anderen und nicht für sich selbst arbeiten würden. Törichte! Denkt ihr, dass euch die Sorgfalt und die Anstrengung anerkannt werden, die durch Egoismus, Gier oder Stolz motiviert waren? Dabei habt ihr die Sorge um eure Zukunft vergessen, sowie die Pflichten der brüderlichen Solidarität, zu denen all diejenigen verpflichtet sind, die das Privileg des sozialen Lebens genießen. Ihr habt nur an das Körperliche gedacht. Sein Wohlsein und seine Befriedigung waren die einzigen Ziele eueres egoistischen Eifers. Für diesen sterblichen Körper habt ihr eueren Geist vernachlässigt, der ewig lebt. Dieser Körper, dermaßen verwöhnt und geschmeichelt, hat sich in einen Tyrannen verwandelt. Er befiehlt euerem Geist, der nun sein Sklave geworden ist. Ist dies die Absicht der Existenz, die Gott euch gegeben hat? 

- Ein Schutzgeist. 
Krakau, 1861.


Auszug aus dem Kapitel XVI - Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

quinta-feira, 28 de novembro de 2013

Die Verwendung der Reichtümer

11. Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen, behaltet das sehr genau; ihr, die ihr von der Liebe zum Gold beherrscht seid; ihr, die ihr eure Seelen verkaufen würdet, um reich zu werden, weil euch das über die anderen erhaben machen und in den Genuss der Leidenschaften bringen könnte. Nein, ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen! Wenn ihr spürt, dass eure Seele von dem Verlangen des Fleisches dominiert wird, beeilt euch, das Joch, das euch erdrückt, abzunehmen, weil Gott, Der gerecht und gewissenhaft ist, euch fragen wird: Was habt ihr denn getan, untreue Verwalter, mit den Gütern, die ich euch anvertraut habe? Steht euch dieses mächtige Mittel der guten Tat einzig und allein für eure eigene Befriedigung zur Verfügung?

Wie verwendet man aber den Reichtum am besten? Sucht in diesen Worten: „Liebet euch untereinander“ die Lösung dieses Problems. Dort liegt das Geheimnis, wie man seinen Reichtum gut einsetzt. Derjenige, der seinen Nächsten liebt, hat schon den Weg vorgezeichnet, denn die Nutzung des Reichtums, die Gott gefällt, ist die Nächstenliebe. Nicht diese kalte und egoistische Nächstenliebe, die darin besteht, den Überschuss einer vergoldeten Existenz um sich herum zu verteilen, sondern die Nächstenliebe voller Liebe, die den Leidenden sucht und ihm hilft, ohne ihn zu erniedrigen. Ihr Reichen, gebt von euerem Überschuss etwas ab, aber tut noch mehr. Gebt von euerem Notwendigsten, weil euer Notwendigstes auch Überschuss ist. Gebt jedoch mit Weisheit. Weist nicht die Leidenden zurück, aus Angst betrogen werden zu können, sondern geht zu der Quelle des Übels. Helft zunächst, erkundigt euch dann und seht, ob die Arbeit, die Ratschläge, die Zuneigung selbst nicht wirksamer sind als eure Almosen. Verbreitet um euch herum mit der materiellen Hilfe auch die Liebe Gottes, die Liebe zur Arbeit und die Nächstenliebe. Setzt eure Reichtümer auf eine solide Basis, die euch nie verloren gehen wird und einen großen Gewinn garantiert: auf die guten Taten. Der Reichtum an Vernunftbegabung soll euch dienen, wie der Reichtum an Gold. Verbreitet um euch herum die Schätze der Unterrichtung; und verteilt unter eueren Brüdern die Schätze euerer Liebe und sie werden reiche Erträge erzielen.  

- Cheverus (Geist).
Bordeaux, 1861.


Auszug aus dem Kapitel XVI - Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.