segunda-feira, 10 de fevereiro de 2014

Das neue Zeitalter

9. Gott ist einzig und Moses ist der Geist, den Er gesandt hat, um sich durch seine Sendung bekannt zu machen, nicht nur bei den Hebräern, sondern auch bei den Heiden. Das hebräische Volk war das Instrument, von dem Gott Gebrauch gemacht hat, um sich zu offenbaren: durch Moses und durch die Propheten. Die Schicksalsschläge, durch die dieses Volk ging, waren dazu bestimmt, die allgemeine Aufmerksamkeit zu erwecken und den Schleier fallen zu lassen, der die Göttlichkeit vor den Menschen verborgen hat. 

Die Zehn Gebote Gottes, durch Moses mitgeteilt, beinhalten den Keim der erweiterten christlichen Moral. Die Erklärungen in der Bibel grenzten ihre Bedeutung ein, weil sie, in ihrer ganzen Reinheit praktisch angewendet, nicht verstanden worden wären. Die Zehn Gebote Gottes sind trotzdem wie eine beleuchtete Giebelfront geblieben, mit der Bestimmung, den Weg zu beleuchten, den die Menschheit gehen sollte. 

Die Moral, von Moses gelehrt, war dem Entwicklungsstand angepasst, auf dem die Völker sich befanden, Völker, für die diese Moral zur Erneuerung vorgesehen war. Diese Völker, halb wild ‐ was die Vervollkommnung ihrer Seele anbelangte ‐, hätten nicht verstehen können, dass man Gott anders anbeten kann als durch Brandopfer und auch nicht verstanden, dass man dem Feind verzeihen soll. Ihre Intelligenz, bemerkenswert hinsichtlich des Materiellen wie auch der Kunst und der Wissenschaft, war moralisch sehr unterentwickelt. Sie hätte sich unter der Führung einer gänzlich geistigen Religion nicht bekehren lassen. Für sie war eine halb materielle Darstellung notwendig, so wie die hebräische Religion sie ihnen angeboten hat. Das Brandopfer sprach ihre Sinne an, während der Gedanke an Gott ihren Geist ansprach.

Christus war der Wegbereiter der reinsten und erhabensten Lehre: der christlichen Moral des Evangeliums. Diese wird die Welt erneuern, die Menschen einander näher bringen und sie zu Brüdern machen. Ihr ist es gegeben, aus allen Herzen, die Mildtätigkeit und die Nächstenliebe hervorquellen zu lassen und unter allen Menschen ein allgemeines Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. Mit einem Wort, Christus bereitete den Weg für jene Moral, welche die Erde umwandeln und aus ihr eine Wohnung für erhabenere Geister als diejenigen, die sie heute bewohnen, machen wird. Es ist das Gesetz des Fortschrittes, dem die Natur unterworfen ist, das in Erfüllung geht. Der Spiritismus ist dabei der Hebel, dessen sich Gott bedient, um die Menschheit vorwärts zu bringen.  

Die Zeit ist gekommen, in der die moralischen Gedanken sich entwickeln sollen, um die von Gott geplanten Fortschritte zu verwirklichen. Sie sollen dem gleichen Weg folgen, den die Gedanken der Freiheit gegangen sind, die ihre Vorläufer sind. Man soll aber nicht glauben, dass diese Entwicklung ohne Kämpfe verwirklicht wird. Nein, die moralischen Gedanken benötigen Erschütterungen und Auseinandersetzungen, um die Reife zu erreichen und um die Aufmerksamkeit der Masse auf sich zu ziehen. Ist das einmal erreicht, werden die Schönheit und die Heiligkeit der Moral die Geister rühren und sie werden sich für eine Wissenschaft interessieren, die ihnen den Schlüssel des zukünftigen Lebens gibt und ihnen die Türe der ewigen Seligkeit öffnet. Moses eröffnete den Weg; Jesus setzte das Werk fort; der Spiritismus wird es vollenden. 

- Ein israelischer Geist.
Mulhouse, 1861.


Auszug aus dem Kapitel I - Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

sábado, 8 de fevereiro de 2014

Bündnis zwischen Wissenschaft und Religion

8. Die Wissenschaft und die Religion sind die zwei Werkzeuge der menschlichen Intelligenz. Die Wissenschaft macht die Gesetze der materiellen Welt bekannt und die Religion die Gesetze der moralischen Welt. Weder die eine noch die andere kann sich jedoch gegenseitig widersprechen, denn sie haben den gleichen Ursprung, der Gott ist. Wenn eine die Verneinung der anderen wäre, wäre zwangsläufig die eine falsch und die andere richtig, denn Gott kann nicht Sein eigenes Werk zerstören wollen.  

Die Unvereinbarkeit, die man zwischen diesen beiden Weltanschauungen zu sehen glaubt, kommt von einer falschen Beobachtung und von einem Übermaß an Exklusivismus, sowohl von der einen als auch von der anderen Seite. Aus diesem Konflikt sind Ungläubigkeit und Intoleranz entstanden.

Wissenschaft und Religion konnten sich bis heute nicht verstehen, weil sie die Gegebenheiten von ihren ausschließlichen Standpunkten beobachten und sich gegenseitig zurückweisen. Es fehlt etwas, um die Lücke, die sie voneinander trennt, auszufüllen, ein Bindeglied, das sie einander näher bringt. Dieses Bindeglied ist die Kenntnis der Gesetze, welche die Geistige Welt und deren Verbindungen mit der materiellen Welt bestimmen. Gesetze, die so unveränderlich sind wie die Gesetze, welche die Bewegung der Gestirne und das Dasein der Wesen lenken. Die Verbindungen, einmal durch Erfahrung festgestellt, bringen ein neues Licht: Der Glaube wendet sich an die Vernunft, die nichts Unlogisches in dem Glauben gefunden hat; und der Materialismus ist besiegt. Hier, wie bei allen Angelegenheiten, gibt es aber Menschen, die zurückbleiben, bis sie von der allgemeinen Bewegung mitgenommen werden, die sie überrumpeln würde, falls sie ihr Widerstand leisten, anstatt sich ihr anzuschließen. Es ist eine moralische Umwälzung, die in diesem Moment stattfindet und das Geistige bearbeitet; nachdem sie achtzehn Jahrhunderte ausgearbeitet wurde, nähert sie sich ihrer vollkommenen Erfüllung und wird ein neues Zeitalter für die Menschheit einleiten. Die Folgen dieser Umwälzung sind leicht vorauszusehen: Sie wird unvermeidliche Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse hervorbringen, gegen die niemand die Kraft haben wird, sich zu widersetzen. Denn sie gehen aus den Plänen Gottes und aus dem Gesetz des Fortschrittes, das ein Gesetz Gottes ist, hervor.

Die Zeit ist gekommen, in der die Christuslehren ihre Ergänzung bekommen sollen, um den Schleier anzuheben, der absichtlich über einige Teile dieser Lehren geworfen wurde. Die Zeit ist gekommen, in der die Wissenschaft, indem sie aufhört ausschließlich materialistisch zu sein, von der geistigen Wesenheit Kenntnis nehmen muss und in der die Religion aufhören muss, das organische und unveränderliche Gesetz der Materie zu ignorieren. Diese beiden Kräfte werden sich gegenseitig helfen, indem sie sich unterstützen und ineinander gehen. Und die Religion, nicht mehr von der Wissenschaft verleugnet, wird eine unerschütterliche Kraft bekommen, weil sie in Übereinstimmung mit der Vernunft sein wird und man wird sie nicht mehr der unwiderruflichen Logik der Tatsachen entgegensetzen können.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel I - Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

quinta-feira, 6 de fevereiro de 2014

Der Spiritismus

5. Der Spiritismus ist die neue Wissenschaft, die der Menschheit anhand unwiderlegbarer Beweise die Existenz und die Natur der Geistigen Welt und ihre Verbindungen mit der materiellen Welt offenbart. Er zeigt uns diese Welt nicht mehr als eine übernatürliche Gegebenheit, sondern im Gegenteil, als eine lebendige, unablässige und aktive Kraft der Natur, als Quelle von unermesslichen Phänomenen, die bis heute unverständlich und deswegen in den Bereich des Fantastischen und der Wunder verbannt wurden. Und obwohl Christus bei vielen Gelegenheiten auf diese Verbindungen hingewiesen hat, ist vieles von dem, was er gesprochen hat, unverständlich geblieben oder falsch interpretiert worden. Der Spiritismus ist hierfür der Schlüssel, mit dessen Hilfe alles einfach erklärbar wird.

6. Das Gesetz des Alten Testamentes ist in Moses personifiziert und das Gesetz des Neuen Testamentes in Christus. Der Spiritismus ist die Dritte Offenbarung vom Gesetz Gottes, aber er ist in keinem Individuum personifiziert, weil der Spiritismus das Ergebnis einer Lehre ist, die nicht von einem Menschen, sondern von den Geistern gegeben wurde, welche die Stimmen des Himmels sind, die überall auf der ganzen Erde sind und mit Hilfe einer Reihe von unzähligen Vermittlern sich kundgeben. Er ist auf eine gewisse Weise ein kollektives Wesen, gebildet durch die Gesamtheit der Wesen der Geistigen Welt. Und jeder Einzelne von ihnen bringt der Menschheit das Geschenk seines Lichtes, um sie mit dieser Welt und dem Schicksal, das sie dort erwartet, vertraut zu machen.

7. Wie Christus sagte: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen.“ sagt auch der Spiritismus: „Ich komme nicht, um das christliche Gesetz aufzulösen, sondern es zur Erfüllung zu bringen.“ Er lehrt nichts entgegen der Lehre Christi, aber entfaltet, ergänzt und erklärt mit klaren Worten, für alle Menschen verständlich, was damals in allegorischer Form gesagt worden war. Der Spiritismus kommt in der vorausgesagten Zeit, um zu erfüllen, was Christus ankündigte und um die Erfüllung der zukünftigen Sachen vorzubereiten. Der Spiritismus ist also ein Werk Christi, von ihm geleitet, wie gleichfalls von ihm verkündet; er ist die Erneuerung, die sich ereignet und das Reich Gottes auf Erden vorbereitet.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel I - Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

quarta-feira, 5 de fevereiro de 2014

Christus

3. Jesus ist nicht gekommen um das Gesetz, nämlich das Gesetz Gottes, aufzulösen. Er ist gekommen, um es zu erfüllen, d. h. es zu entfalten, ihm den wahren Sinn zu geben und es an den Entwicklungsgrad der Menschheit anzupassen. Deswegen befindet sich in diesem Gesetz das Prinzip der Pflichten gegenüber Gott und dem Nächsten, welche die Basis seiner Lehre sind. Dagegen veränderte er das mosaische Gesetz gründlich, sowohl im Inhalt als auch in der Form. Indem er ständig gegen den Missbrauch der äußerlichen Bräuche und gegen die falschen Auslegungen kämpfte, konnte er sie nicht einer noch radikaleren Reform unterziehen, als sie auf diese Worte zu beschränken: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (...) Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ und er fügte hinzu: „In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“

Mit den Worten, dass „Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.“ wollte Jesus sagen, dass es notwendig ist, das Gesetz Gottes vollständig zur Erfüllung zu bringen. Es bedeutet, dass es auf der ganzen Erde praktiziert werden sollte, in seiner ganzen Reinheit, mit allen seinen Erweiterungen und Folgen. In der Tat, wozu hätte die Verkündung dieses Gesetzes gedient, wenn es ein Privileg für einige Menschen oder gar für ein einziges Volk bleiben sollte? Da alle Menschen Kinder Gottes sind, bekommen sie alle, ohne Unterschied, die gleiche Fürsorge.

4. Aber die Rolle Jesu war nicht die eines einfachen moralistischen Gesetzgebers, dessen Worte die ausschließliche Autorität besaßen. Es oblag ihm, die Prophezeiungen, die sein Kommen verkündigt haben, in Erfüllung zu bringen; seine Bedeutung beruhte auf der außergewöhnlichen Natur seines Geistes und auf seiner göttlichen Sendung. Er war gekommen, die Menschen zu lehren, dass das wahre Leben nicht auf der Erde ist, sondern im Himmelreich. Er ist gekommen, ihnen den Weg, der dorthin führt zu zeigen, ihnen die Mittel, sich mit Gott zu versöhnen zu geben und im Verlauf der kommenden Ereignisse diejenigen zu erahnen, die zur
Erfüllung des menschlichen Schicksals benötigt werden. Indessen sagte er nicht alles und in vielen Punkten beschränkte er sich darauf, die Keime der Wahrheiten auszusäen, die noch nicht verstanden werden konnten, wie er selbst bestätigte. Er sprach über alles, aber in einer mehr oder weniger klaren Form. Um den verborgenen Sinn von einigen seiner Worte zu verstehen, wäre es notwendig, dass neues Denken und neue Kenntnisse ihnen den unerlässlichen Schlüssel geben. Es waren gewisse Ideen, die nicht aufkommen sollten, solange der menschliche Geist einen bestimmten Entwicklungsgrad nicht erreicht hat. Die Wissenschaft sollte stark zu dem Aufkommen und der Entwicklung solcher Ideen beitragen. Man sollte nun der Wissenschaft die Zeit zum Fortschreiten geben.  

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel I - Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

terça-feira, 4 de fevereiro de 2014

Moses

1. Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. (Matthäus V, 17 ‐ 18).

2. Es gibt zwei verschiedene Teile in dem mosaischen Gesetz: Das Gesetz Gottes, auf dem Berg Sinai verkündet und das bürgerliche Gesetz oder Disziplinargesetz, von Moses selbst festgelegt. Das eine ist unveränderlich; das andere, an die Gebräuche und den Charakter des Volkes angepasst und es ändert sich mit der Zeit. 

Das Gesetz Gottes ist in den zehn folgenden Geboten formuliert: (*)

I. Ich bin dein Gʹtt, der ich dich führte aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Dienstbarkeit; 
II. Nicht sei dir andere Gʹttheit mir ins Angesicht. Nicht mache dir Schnitzgebild, ‐ und alle Gestalt, die im Himmel oben, die auf Erden unten, die im Wasser unter der Erde ist, neige dich ihnen nicht, diene ihnen nicht, denn ich dein Gʹtt bin ein eifernder Gʹttherr, zuordnend Fehl von Vätern ihnen an Söhnen, am dritten und vierten Glied, denen die mich hassen, aber Huld tuend ins tausendste denen die mich lieben, denen, die meine Gebote wahren;
III. Trage nicht SEINEN deines Gʹttes Namen auf das Wahnhafte, denn nicht straffrei läßt ER ihn, der seinen Namen auf das Wahnhafte trägt; 
IV. Gedenke des Tags der Feier, ihn zu heiligen. Ein Tagsechst diene und mache all deine Arbeit, aber der siebente Tag ist Feier IHM, deinem Gʹtt: nicht mache allerart Arbeit, du, dein Sohn, deine Tochter, dein Dienstknecht, deine Magd, dein Tier, und dein Gastsasse in deinen Toren. Denn ein Tagsechst machte ER den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, am siebenten Tag aber ruhte er, darum segnete er den Tag der Feier, er hat ihn geheiligt;  
V. Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit sie längern deine Tage auf dem Ackerboden, den ER dein Gʹtt dir gibt;
VI. Morde nicht; 
VII. Buhle nicht; 
VIII. Stiehl nicht; 
IX. Aussage nicht gegen deinen Genossen als Lügenzeugen;
X. Begehre nicht das Haus deines Genossen, begehre nicht das Weib deines Genossen, seinen Knecht, seine Magd, seinen Ochsen, seinen Esel, noch allirgend, was deines Genossen ist; 

Dieses ist ein Gesetz, das zu allen Zeiten und für alle Länder gilt und hat deswegen göttlichen Charakter. Alle anderen Gesetze wurden von Moses festgelegt, er musste sich vor einem Volk durch Furcht behaupten. Denn es war von seiner Natur her, ungestüm und undiszipliniert. Und er musste zudem gegen verwurzelte Unsitten und Vorurteile ankämpfen, die während der Sklaverei in Ägypten entstanden waren. Damit seine Gesetze Anerkennung fanden, musste er ihnen einen göttlichen Ursprung zuschreiben, wie es alle Gesetzgeber der primitiven Völker gemacht haben. Das Ansehen des Menschen sollte sich auf Gottesansehen stützen; allerdings konnte der Gedanke an einen schrecklichen Gott nur unwissende Menschen beeindrucken, weil bei ihnen das moralische Verständnis und das Gefühl für eine vorzügliche Gerechtigkeit noch wenig ausgeprägt waren. Wer zu seinen Geboten noch hinzugefügt hat, dass man nicht tötet und seinem Nächsten keinen Schaden anrichtet, konnte sich natürlich nicht widersprechen, indem er aus der Vernichtung eine Pflicht machte. Die mosaischen Gesetze hatten nun im eigentlichen Sinne einen größtenteils vergänglichen Charakter.

- Allan Kardec.

(*) An dieser Stelle wurde anstatt der Übersetzung von Martin Luther, die Version von Buber, M. und Rosenzweig, F. (Deutsche Bibelanstalt, 2002) verwendet. Auch hier (Shmoth/Exodus 20) wurde historisch an manchen Stellen das Disziplinargesetz eingebunden. 

(Anmerkung des Herausgebers.)


Auszug aus dem Kapitel I - Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec. 

segunda-feira, 3 de fevereiro de 2014

Die Zeit gekommen ist

Die Geister des Herrn, welche die Tugenden des Himmels sind, setzen sich wie eine unermessliche Armee in Bewegung, sobald sie einen Befehl erhalten, und breiten sich über die ganze Erdoberfläche aus; ähnlich den Sternschnuppen kommen sie, um die Wege zu erleuchten und den Blinden die Augen zu öffnen.

Wahrlich, ich sage euch, dass die Zeit gekommen ist, in der alle Dinge in ihrer echten Bedeutung wiederhergestellt werden müssen, um die Finsternis zu vertreiben, die Hochmütigen zu verwirren und die Gerechten zu verherrlichen.

Die großen Stimmen des Himmels hallen wie der Ton einer Trompete wider und die Chöre der Engel schließen sich ihnen an. Menschen, wir laden euch zum göttlichen Konzert ein; dass eure Hände die Leier ergreifen; dass eure Stimmen sich vereinigen und wie eine heilige Hymne sich ausbreiten und vibrieren vom Anfang bis zum Ende des Universums.

Menschen, geliebte Brüder und Schwestern, wir sind in eurer Nähe; liebt euch untereinander und sagt aus der Tiefe eurer Herzen, indem ihr den Willen des Vaters im Himmel tut: „Herr! Herr!“ und ihr werdet ins Himmelreich eintreten können.

- Der Geist der Wahrheit.


Auszug aus dem Vorwort zu „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.

sábado, 1 de fevereiro de 2014

Fürbitte für die Verstorbenen und für die leidenden Geister

18. Die leidenden Geistwesen bitten um Gebete. Es ist ihnen nützlich, wenn sie spüren, dass wir an sie denken und so fühlen sie sich weniger verlassen und weniger unglücklich. Das Gebet wirkt sogar direkter auf sie: Es hebt ihren Mut, ermutigt sie durch Reue die Verbesserung und die Wiedergutmachung anzustreben. Es vermag sie damit von schlechten Gedanken abzulenken. In diesem Sinne kann das Gebet nicht nur ihre Leiden erleichtern, sondern auch verkürzen.

19. Viele Menschen lehnen die Fürbitte für die Verstorbenen ab. In ihrem Glauben gibt es für die Seele nur zwei Alternativen: Entweder ist sie gerettet oder zur ewigen Qual verdammt. In dem einen wie in dem anderen Fall wäre das Gebet also für sie nutzlos. Ohne darüber diskutieren zu wollen, nehmen wir für einen Augenblick, die Wirklichkeit der ewigen und unwiderruflichen Qual an, und dass unsere Fürbitten nutzlos sind, um deren Leiden ein Ende zu setzen. Wir fragen uns in dieser Annahme, ob es logisch, barmherzig und christlich ist, die Fürbitte für die Verurteilten abzulehnen? Mögen diese Fürbitten nutzlos sein, die Verurteilten zu befreien, sind sie aber nicht ein Zeichen des Mitleides, das ihre Leiden mildern könnte? Wenn ein Mensch auf der Erde lebenslänglich verurteilt wird, ist es jemandem verboten, selbst wenn er keine Hoffnung auf Gnade hätte, aus Mitleid seine Ketten zu heben, um ihn von diesem Gewicht zu erleichtern? Wenn jemand unter einer unheilbaren Krankheit leidet, ohne Hoffnung auf Heilung, sollen wir ihn ohne Trost allein lassen? Denkt daran, dass sich unter den Verurteilten ein liebender Mensch befinden kann, der ein Freund, vielleicht auch ein Vater, eine Mutter oder ein Kind ist. Könntet ihr, da für diesen nahe stehenden Menschen, nach euerer Auffassung, keine Gnade mehr zu erwarten ist, ihm ein Glas Wasser verweigern, um seinen Durst zu löschen? Oder würdet ihr ihm eine Salbe, um seine Wunden zu heilen, verweigern? Würdet ihr es für ihn nicht genauso tun, wie für einen Gefangenen? Werdet ihr keinerlei Beweis euerer Liebe oder eueres Trostes geben? Nein, das wäre nicht christlich. Das wäre ein Glaube, der das Herz verhärtet, der sich nicht mit dem Glauben eines Gottes vereinbaren lässt, Der die Nächstenliebe an die erste Stelle unter den Pflichten stellt.

Wenn wir die ewigen Strafen ablehnen, bedeutet dies die Verneinung vorübergehender Prüfungen nicht. Gott, in Seiner Gerechtigkeit, würde das Gute und das Böse nicht verstellen. In diesem Fall, wenn die Wirkung des Gebetes verneint wird, wäre die Wirkung des Trostes, der Ermutigung und des guten Rates genauso zu verneinen. Es hieße die Kraft zu verneinen, die wir aus der moralischen Hilfe von denjenigen bekommen würden, die uns lieb haben.

20. Andere Menschen argumentieren aus einem noch spezielleren Grund heraus: der Unwandelbarkeit von Gottes Urteilen. Sie sagen: Gott kann nicht seine Entscheidungen nach den Bitten der Menschen verändern, sonst hätte nichts auf der Erde dauerhaft Bestand. Aus diesem Grund hat der Mensch von Gott nichts zu verlangen, er hat nur Gott zu folgen und Ihn anzubeten. 

Es handelt sich hier um eine irrtümliche Auslegung der Unwandelbarkeit des göttlichen Gesetzes, besser gesagt, die Unkenntnis des Gesetzes, was die zukünftige Bestrafung betrifft. Dieses Gesetz wird durch die Geister des Herrn zu der jetzigen Zeit offenbart, da der Mensch schon reif ist zu verstehen, was im Glauben, der göttlichen Eigenschaften angemessen ist und was nicht.

Nach dem Dogma der absoluten Ewigkeit der Strafen werden dem Schuldigen keine Gewissensbisse und keine Reue angerechnet. Für ihn sind dann alle Absichten, sich zu bessern, vergebens: Er ist für immer und ewig zum Bösen verdammt. Und wenn er nur auf Zeit verurteilt wurde, hebt sich dann die Strafe nach dieser Zeit auf. Wer kann dann aber behaupten, dass er bessere Gefühle danach haben wird? Wer wird voraussagen, dass seine Handlungen nicht genauso boshaft sein werden, wie die früheren zahlreichen Beispiele von Sträflingen auf der Erde, als sie aus dem Gefängnis entlassen wurden? In dem ersten Fall würde man in dem Schmerz der Strafe, einen Menschen belassen, der auf den richtigen Weg zurückgekehrt ist. In dem zweiten Fall würde derjenige belohnt werden, der noch schuldig ist. Das Gesetz Gottes ist bedachter als dieses. Es ist immer folgerichtig, gerecht und barmherzig, und bestimmt keine Strafdauer, welche Strafe auch immer sei. Es lässt sich so sich zusammenfassen:

 21: „Der Mensch trägt immer die Konsequenz seiner Fehler. Es gibt keine Übertretung der Gottesgesetze, die ohne die entsprechende Bestrafung bleibt.
Die Härte der Strafe entspricht der Schwere des Fehlers.
Die Strafdauer ist für jeglichen Fehler unbestimmt, und hängt von der Reue des Schuldners und seiner Rückkehr zum Guten ab. Die Strafe dauert so lange, wie die Hartnäckigkeit im Schlechten existiert, sie würde ewig sein, wenn die Hartnäckigkeit ewig wäre; sie ist von kurzer Dauer, wenn die Reue nach kurzer Zeit da ist. 
Sobald der Schuldige um Erbarmen bittet, erhört Gott ihn und schenkt ihm Hoffnung. Aber die einfache Reue genügt nicht, weil die Wiedergutmachung notwendig ist. Deswegen wird der Schuldige unter neue Prüfungen gestellt, unter denen er mit seiner Willensfreiheit das Gute tun kann, um seine üblen Taten wieder gutzumachen.
Der Mensch ist also ständig der Richter seines eigenen Schicksals. Er kann seine Leiden verkürzen oder sie für eine unbestimmte Zeit verlängern. Sein Glück oder sein Unglück hängen von seinem Willen ab, das Gute zu tun.“

So ist das Gesetz, ein unveränderliches Gesetz, gemäß Gottes Güte und Gerechtigkeit.

Der schuldige und unglückliche Geist kann sich somit immer selbst retten: Das Gesetz Gottes sagt ihm, unter welchen Bedingungen er handeln kann. Oft fehlen ihm der Wille, die Kraft und der Mut. Wenn wir mit unseren Gebeten ihn zu diesem Willen inspirieren, wenn wir ihn unterstützen und ermutigen, wenn wir ihm mit unseren Ratschlägen das fehlende Licht geben, statt Gott anzuflehen, Er soll das Gesetz aufheben, werden wir Werkzeuge Gottes sein, um Seine Gesetze zu verwirklichen: das Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe. Da Er auf diese Weise uns erlaubt mitzuwirken, können wir damit selbst den Beweis unserer Nächstenliebe darbieten.

- Allan Kardec.


Auszug aus dem Kapitel XXVII - Bittet, so wird euch gegeben - aus dem Buch „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ - Allan Kardec.